LitRPG: Was Ist Das? Die ultimative Erklärung des aufstrebenden Genres.

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LitRPG: Was Ist Das? Die ultimative Erklärung des aufstrebenden Genres.

Willkommen, Gamer, Rollenspieler oder Fantasy-Fan.

Gleich lernst du eine Menge über ein neues Genre. Wissen, mit dem ordentlich Eindruck schinden wirst.

Hast du schon mal von LitRPG gehört? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit, denn diese Welt der Literatur ist extrem aufregend.

Aber Vorsicht: Suchtgefahr. Das meine ich ernst.

Also, wie funktioniert dieses neue Subgenre der Fantasy und Science Fiction?

LitRPG kombiniert meisterhaft Romane und (MMO)RPG-Spiele. Dabei tauchen Protagonisten dank futuristischer Technologien in faszinierende Spielwelten ein. Durch Leveln, Kämpfen und Herstellen mächtiger Gegenstände meistern sie das Spiel, aus dem sie häufig auch entkommen wollen.

LitRPG-Romane sind vollwertige Fantasy- oder SF-Geschichten mit Charakterentwicklung und Worldbuilding. Sie bieten euch auch verschiedene Gaming-Strategien wie Base-Building oder Gildenentwicklung. Diese Aufhänger sind nicht nur spannend, sondern geben auch ein tiefes Verständnis für die Spielwelten und die Herausforderungen, die die Protagonisten bewältigen müssen.

Aber was LitRPG so einzigartig macht, sind die dargestellten Statistiken wie Lebensenergie und Fähigkeiten.

Diese Informationen geben dir einen Einblick in die Stärken und Schwächen der Protagonisten und wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickeln.

In LitRPG-Romanen wirst du Waffen-Statistiken, Lebens- und Trefferpunkte bei Kämpfen sowie Proben auf Skills finden. All diese Informationen sind Teil der Spielmechanik und geben dir das Gefühl, als ob du die Game-UI vor der Nase hast.

Es gibt nichts Besseres, als zu sehen, wie sich die Fähigkeiten des Helden und das Bösewichts verbessern und wie die Werte steigen, während du sie durch die Spielwelt begleitest.

Durch diese Statistiken wird auch das Kampfsystem in LitRPG-Romanen einzigartig.

Denn Kämpfe werden oft detailliert beschrieben, mit Fokus auf Strategien und Taktiken, die die Protagonisten anwenden, um ihre Gegner zu besiegen. Du erlebst das Kampfsystem eines MMORPGs mit und du wirst Teil des Kampfes.

Aber warte, man kann das auch noch anders erklären.


LitRPG – Was ist daran spannend?

Ein Vergleich drängt sich auf.

Lass es mich erklären.

Vor kurzem hatte ich (also dein Lew Marschall), die Ehre als deutscher LitRPG-Autor, bei dem renommierten Schreibmind Podcast zu Gast zu sein. 

Elias, der charmante Host und ebenfalls Fantasy-Autor, stellte mir eine Frage, die dich sicherlich auch schon mal beschäftigt hat: ‚Wie kann ein LitRPG-Roman, ohne jegliche Interaktion, spannend sein?‘ 

Charakterbögen, Skills, Waffenschaden – all das sind Elemente, die man eher mit einem interaktiven Erlebnis verbindet.

Elias‘ Frage brachte mich zum Nachdenken, da es für mich als LitRPG-Autor eine Selbstverständlichkeit ist, dass dieses Genre fesselnd ist. Oder hat zu dieser Annahme jemand Einwände? 

Es geht hier nicht nur um ein passives Leseerlebnis, sondern vielmehr darum, eine Reise zu begleiten, die sich anfühlt wie ein echtes Spiel. Wir leben fiebern mit dem Protagonisten und jeder einzelnen Entscheidung. 

Nehmen wir beispielsweise die nostalgischen Zeiten meiner Jugend, als wir „Heroes of Might and Magic“ spielten – ja, die allererste Version. In dem kühlen Keller meiner Eltern, an einem 486er, saßen wir zu viert und wechselten uns rundenweise ab.

Klar haben wir verärgert gesagt: “Jetzt zieh am Finger!”, wenn jemand einfach nicht zum Ende seiner Runde kam. Aber es hat total Gaudi gemacht. 

Doch das Besondere: Vier weitere Freunde saßen hinter uns, knabberten Pistazien, befahlen uns, was wir zu tun hatten oder quatschten über Mädels. 

Dieses Phänomen erinnert an die heutigen Twitch-Zuschauer, die Spieler beim Diablo-IV-Zocken zusehen, ihre Skills bewundern oder etwas lernen wollen.

LitRPGs schlagen in die gleiche Kerbe. Du verfolgst einen Protagonisten auf seiner Reise. Live erklärt dir der Charakter, warum er welche Wahl beim Steigern trifft, den rechten anstatt den linken Weg beschreitet oder eine Waffe mit +3 Feuerschaden craftet.

Einen deutschen LitRPG-Roman zu lesen, ist also wie einem Streamer beim Zocken zuzusehen, nur noch fesselnder, weil du die Geschichte und die Welt durch die Augen des Protagonisten erlebst. Sowie den vor ihm schwebenden Chararkterbogen, der so typisch für die Stories ist.

Was ich sagen will:

LitRPG ist das Twitch des Bücherregals.

Lew Marschall

Als einer der wenigen deutschen LitRPG Autoren kann ich sagen, dass LitRPG mehr ist als nur ein Genre – es ist eine Erfahrung. 

Ein Beispiel ist mein Roman „Fluch des schwarzen Phönix„. 

Mit jedem Kapitel erleben die Leser, wie Lena levelt, neue Fähigkeiten erlernt und ihre Abenteuer meistert. Sie versucht die Spielmechanik zu hintergehen. 

Die Geschichte ist dabei nicht nur ein Abenteuer, sondern eine Einladung, hautnah bei der Entwicklung des Helden dabei zu sein.

Die Grenzen zwischen Spiel und Erzählung verschwimmen in meinen LitRPG Romanen, sodass es sich anfühlt, als würde man einen Blick hinter den Vorhang der Spielwelt werfen.

Dabei sind es nicht nur Gamer, die dieses Genre spannend finden.

Jeder, der eine gute Geschichte zu schätzen weiß, wird von den komplexen Charakteren, den fesselnden Handlungsbögen und den überraschenden Wendungen, die die deutsche LitRPG-Landschaft zu bieten hat, begeistert sein.

LitRPG ist nicht nur ein Genre, sondern eine völlig neue Art des Geschichtenerzählens, die eine Brücke zwischen dem Erlebnis eines Videospiels und der Immersion einem gut geschriebenen Roman schlägt. 

Und ich finds großartig, mit meinen Romanen, Teil dieser faszinierenden Bewegung zu sein. 

Also, taucht ein in die vielen Bücher und erlebt die spannende Welt des deutschen LitRPG!

Rezensionen zu den besten Büchern gibt es hier im Blog.


Butter bei die Fische: Was Leser an LitRPGs gar nicht mögen

Nach etwas Recherche in eigener Sache und etlichen LitRPG-Romanen, die ich nie zu Ende gelesen habe, möchte ich hier mal die Punkte auflisten, die dem Genre nicht gut tun. 

Oder anders gesagt, über die es sich hinaus entwickeln sollte.

LitRPGs sollten auch gute Romane sein

Ein User in einem Reddit-Post hat es in einem Satz zusammengefasst: “Well written novels would be nice.”

Was meinte der User damit? 

Viele LitRPG-Geschichten haben zwar einen Plot, aber keine Story. 

Das bedeutet, es passiert zwar etwas aber es ist irrelevant. Es geschieht nicht in einem Bedeutungsvollen Korsett einer Charakterentwicklung oder es gibt kein tiefgreifendes Thema. 

Herr der Ringe zum Beispiel behandelte Gut gegen Böse und Tolkien verarbeitete gerade mit dem Ende seinen christlichen Glauben. Frodo war der Macht des Ringes längst erlegen. Aber weil das Böse nur mit sich selbst beschäftige ist und das Gute immer obsiegt, fällt der Ring in die Lava.

Der Held in glänzender Rüstung

Was vermiest anderen Lesern von LitRPGs den Spaß? Ein User sagt: “Ich mag die ‘darling-ness’ nicht, bei dem der Prota ‘special’ ist obwohl es gar nicht verdient ist.”

Noch dazu: “Schlecht gemacht Harems (aka die meisten davon), deus-ex power-ups und die Idee, dass die meisten Gamer Jerks sind, und der Prota etwas weniger jerky.”

LitRPGs und Deus Ex Machina

Deus ex machina (der Gott in der Maschine) beschreibt eine plötzliche Wendung, die der Charakter nicht selbst herbeigeführt hat. Sie erscheint wie Götterwirken aus dem Nichts. Das deutet wieder auf plotgetriebene Abfolgen von Szenen anstatt von Stories, die die Entwicklung eines Charakters schildern. Der Autor erzwingt einfach eine Lösung und wird damit dem Leser bewusst. Hier gibt es häufig schlechte Noten im Stil.

In die selbe Kerbe schlagen Kommentare wie: “Den Prota einfach Over-Powered machen, weil er einen Lucky Drop bekommt, den sonst niemand bekam, ist langweilig.”

LitRPGs und Humor

Viele LitRPGs versuchen lustig zu sein und erzwingen dabei Jokes, anstatt sie aus dem Unerwarteten aufzubauen oder über eine besondere Perspektive zu verdeutlichen.

Andere Leser wiederum verzeihen viele Ungereimtheiten in LitRPGs, wenn die Geschichten Humor gut hinbekommen.

Erotik in LitRPGs: Harem

Weiter sprechen Leser über Harems. Sie finden Erotik in LitRPGs fehl am Platz, vor allem wenn sich Frauen (oder Männer) ohne erkenntlichen Grund auf den Prota stehen. Ein Leser schreibt, dass er das nicht mag, weil vieles davon einfach unrealistisch wirkt.

“Harems. Just stop it already, please. It’s creepy and disturbing.”

Unbenannter LitRPG-Leser

Kampf dem Spieleentwickler

Da LitRPGs Spiele beschreiben, stößt es Lesern schon auf, wenn die dargestellten Spieleentwickler offensichtlich keine Ahnung von Spieleentwicklung haben.

Ein Leser offeriert die Idee, dass es eine Subkultur von MMO-Spielern gibt, die den Entwicklern des Spiels eine bestimmte Art und Weise aufdrücken wollen – die einzig richtige Art und Weise, wie das Spiel weiterentwickelt werden soll. 

Diesen Trope – der Kampf Spieler vs. Entwickler – behandelt noch kein Buch.

Oder? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Glaubwürdige Nebencharaktere

Ein Buch verliert auch in den Augen der Leser, wenn Nebencharaktere nicht auch das Spiel spielen. Und zwar auf ihre eigene Weise. Dies gehört zum Worldbuilding und schafft Glaubhaftigkeit.

Immer das Gleiche

Einige Leser suchen einfach etwas Neues, weil sich so viele LitRPG-Bücher ähnlich lesen, als hätten die Autoren fertige Förmchen, in die sie ihre Geschichte gössen. Protagonisten, mit denen man sich identifizieren kann, die realistisch und symphatisch sind, wären großartig. Und am coolsten wären versteckte Geheimnisse, die man erst beim zweiten Lesen findet.

Profis, die keine sind

LitRPG-Leser sind häufig auch Gaming-Experten. Immer wieder lese ich, dass sie das Character-Building von den Protas nicht verstehen, bzw. sogar als dumm erachten. Vor allem, wenn der Prota als Spielprofi eingeführt wird.

“In many cases, it seems to me that the authors haven’t studied a single gaming system.”

Unbenannter LitRPG-Leser

Das Endgame

Und abschließend fänden es einige Leser hervorragend, wenn es Protas gäbe, die über das Beginner-Level hinauskämen. Eine Story mit Endgame-Problemen wäre mal etwas neues.

Von hier aus wenden wir uns direkt den Unterschieden von LitRPG und anderen Genres zu.

Auf geht’s!


Was ist der Unterschied: LitRPG vs. Gamelit

Beim LitRPG treibt die Spielmechanik den Plot und reiht sich somit als ein Subgenre des GameLit ein, das sich thematisch stark bei Computer- oder Rollenspielelementen bedient. Sei es nun weil der Held in einem Spiel agiert, oder weil die Geschichte von einem Spiel handelt oder Metaebene spürbar ist.

Eine Charakterentwicklung des Helden macht LitRPG durch Statistiken sichtbar, was im GameLit konkret dargestellt wird. Es gibt LitRPGs bei denen die Entwicklung des Protas komplett durch Leveln abgebildet wird. Siehe auch den Vergleich zu Progression Fantasy oder Cultivation.

LitRPG enthält zwingend – wie der Name es vermuten lässt – RPG (role playing game), also Rollenspielelemente. 

Meiner Meinung nach liegt das größte Potential aber in der Verbindung von romanhafter Charakterentwicklung und den Statistiken, sodass sich beides bedingt und zu einer einzigartigen und fesselnden Story führt.

Bei GameLit und LitRPG kannst du davon ausgehen, dass es sich um Computerspiele dreht oder von Pen&Paper Rollenspielen handelt.

Im Gamelit werden die Statistiken extrem reduziert oder gar nicht sichtbar sein. 

LitRPG-Romane dagegen zeigen Charakterbögen, Proben und Lebensenergie, wodurch der Leser tiefe Einblicke in die Spielmechanik erlangt. 

Gamelit sind Romane, die in Computerspielwelten handeln. Als Beispiele gelten Romane in der Welt von World of Warcraft, Dungeon & Dragons oder Das Schwarze Auge. Diese enthalten keine spielrelevanten Statistiken.

Gamelit-Romane sind die beste Wahle für alle, die Bock auf Geschichten in ihrer Spielwelt haben, aber von den Statistiken in LitRPGs überfordert oder genervt sind.

Der Sohn des Orkschamamen ist ein GameLit-Roman.

Der Fluch des schwarzen Phönix dagegen ist ein Progression LitRPG-Roman.


Was ist der Unterschied: LitRPG vs. Progression Fantasy

Vielleicht hast du den Begriff „Progression Fantasy“ entdeckt und dich gefragt, was er bedeutet. Denn er kommt auch in Kombination mit LitRPGs vor. 

Deswegen möchte ich eine kurze Erklärung geben, woher Progression kommt und wie dieses Subgenre eingeordnet wird.

Andrew Rowe hat den Begriff bekannt gemacht, indem er eine Reddit Gruppe und eine Community darum gebildet hat. 

Du kennst sicherlich eine Menge Geschichten, in denen Charaktere neue Skills und Techniken erlernen, ihre bestehenden Skills verbessern oder eine bestimmte Macht erlangen – dieses können Kräfte (die Macht in Star Wars) oder Ränge (General, Kaiser) sein.

Progression benennt nun Stories, die allein auf den Machtfortschritt von Charakteren ausgerichtet sind.

Aber Vorsicht: Dabei werden aber Fortschritte wie Reichtum, Bekanntheit, politischer Rang ausgeschlossen. 

Es geht allein um die Entwicklung der Charaktere.

Hier erkennst du schon deutlich, wie sehr das Genre mit LitRPG zusammenhängt. Das gilt übrigens auch für GameLit. 

Aber Progression Fantasy selbst fällt nicht notwendigerweise unter diese Kategorien.

Zum Beispiel gilt Brandon Sandersons Stormligh Archives zwar als Progression Fantasy aber nicht als LitRPG.

Sword Art Online dagegen fällt in LitRPG/Isekai und Progession Fantasy.

Es gibt einige grenzwertige Beispiele, die das Konzept vielleicht noch besser verdeutlichen.
Harry Potter ist eines. Harrys magische Kräfte wachsen über die Geschichte hinweg. Aber es gibt keine klare Art und Weise, diesen Fortschritt zu messen.

Um wie viel ist Harry stärker geworden? Würde der Harry in Buch 2, den Harry in Buch 1 besiegen?

Auch im LitRPG gibt es solche Unklarheiten. Nämlich wenn der Protagonist schon als OP (Overpowered) startet und über die Geschichte hinweg nicht mehr stärker wird. Der Fortschritt in diesen Büchern kommt durch Städtebau oder der Stärkung von Nebencharakteren – eben um das Genre zu bedienen.

Auch Star Wars ist ein grenzwertiger Fall, weil nur Luke als ein Teil des Casts Fortschritte macht. Dennoch gelten Episode 4-6 für den Erfinder von Progression Fantasy als teilweise passend für das Genre – aber eben nur für Luke und nicht den Rest des Casts.

Progression Fantasy fokussiert sich stark auf Kampffähigkeiten, oder auf andere Formen, die sich ähnlich „anfühlen“. Magie und Technologie könnten als Beispiele genannt werden. 

In diesem Sinne ist “Der Fluch des schwarzen Phönix” ein Progression LitRPG-Roman.

Quelle: https://www.reddit.com/r/ProgressionFantasy/comments/swjgbg/what_differentiates_progression_fantasy_from/


Zwischen Levelaufstiegen und Heldenreisen: LitRPG vs. Epic Fantasy

Hast du dich jemals gefragt, was den Unterschied zwischen LitRPG und Epic Fantasy ausmacht? Als ein LitRPG-Autor werde ich heute diese Frage für dich beantworten und zeigen, was diese beiden Genres einzigartig und faszinierend macht.

Was die Welt im Inneren zusammenhält!

Beginnen wir mit den Grundlagen. LitRPG, kurz für „Literary Role Playing Game“, ist ein Genre, das Elemente aus Videospielen und Rollenspielen mit traditioneller Fantasy-Literatur kombiniert. Protagonisten in LitRPG-Büchern interagieren mit einer Welt, die von Spielmechaniken wie Erfahrungspunkten, Levels und Fertigkeiten regiert wird.
Wichtig zu verstehen ist: die Spieler wissen, dass sie in einer virtuellen Welt gefangen sind und treffen Entscheidungen mit Hilfe ihres Meta-Wissens. Als Leser begleiten wir sie auf ihrer Reise durch diese Spielwelt und erleben ihre Herausforderungen und Triumphe hautnah mit.

Epic Fantasy, auch bekannt als High Fantasy, ist ein Genre, das in vollständig erfundenen Welten mit eigenen Regeln und Systemen spielt. Die Geschichten sind oft groß angelegt und betreffen das Schicksal ganzer Welten oder Königreiche. Sie verfügen über komplexe Handlungsstränge und eine Vielzahl von Charakteren.

Wo scheiden sich die Geister?

Der größte Unterschied zwischen LitRPG und Epic Fantasy liegt in der Art und Weise, wie sie ihre Geschichten erzählen. In LitRPG sind die Spielmechaniken ein zentrales Element der Geschichte. Charaktere leveln auf, erwerben neue Fähigkeiten und navigieren durch Herausforderungen, die oft durch Spielregeln bestimmt sind.

In Epic Fantasy liegt der Fokus eher auf politischen Intrigen, moralischen Dilemmata und epischen Kämpfen zwischen Gut und Böse.

Ein weiterer Unterschied ist die Darstellung der Charakterentwicklung.
In LitRPG ist die Charakterentwicklung oft quantifizierbar und messbar durch Spielmechaniken wie Erfahrungspunkte und Level.
In Epic Fantasy ist die Charakterentwicklung oft tiefgreifender und komplexer und kann durch innere Konflikte, Beziehungen zu anderen Charakteren oder die Konfrontation mit moralischen Dilemmata geprägt sein.

Wenn du einen LitRPG-Roman liest, weißt du genau, dass der Held nur mit 12 Lebenspunkten in den Kampf geht. Das Wissen, das die Waffe des Gegners 10 Schaden austeilt, führt zu einer besonderen Spannung beim Lesen.

In Fantasy-Romanen gibt es das nicht und selbst wenn man als Leser glaubt, dass der Held schon längst erledigt sein müsste, lässt ihn der Autor vielleicht immer noch kämpfen. Die Grenzen sind per Definition eher fließend.

Wer schreibt’s?

Einige bekannte Beispiele für LitRPG sind „Ready Player One“ von Ernest Cline und natürlich mein eigener Roman „Der Fluch des schwarzen Phönix„. Im Gegensatz dazu stehen Epic Fantasy-Romane wie „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien oder „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin.

Ich möchte hier auch einige meiner geschätzten Kollegen nennen, die Koryphäen im Bereich Fantasy sind: Peter Hohmann, Pascal Wokan und Horus W. Odenthal.

Warum schreibt Lew Marschall deutsches LitRPG?

Als Autor habe ich mich für LitRPG entschieden, weil ich von der Interaktion zwischen Literatur und Spielmechaniken fasziniert bin. Ich spiele meistere seit über 20 Jahren Pen&Paper Rollenspielrunden. Zocken von Strategie- und Aufbauspielen gehört auch dazu. Zur Zeit freue ich mich auf Diablo IV (aber wer nicht?)
Neben komplexen Spielmechaniken, lege ich in meinen Büchern großen Wert auf eine tiefe Charakterentwicklung und eine spannende Handlung, die den Leser von Anfang bis Ende fesselt.

Schon vorbei?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass LitRPG und Epic Fantasy einzigartige Genres sind, die ihre eigenen Stärken und Merkmale haben. Während LitRPG den Schwerpunkt auf Spielmechaniken und quantifizierbare Charakterentwicklung legt, konzentriert sich Epic Fantasy auf umfassende Weltbildung und tiefgründige Charakterentwicklung. Beide Genres bieten spannende und fesselnde Geschichten, die die Leser in andere Welten entführen können.


Hat da jemand geklaut? Was ist der Unterschied zwischen LitRPG und Isekai?

Als wir auf der AniMuc unseren Autorentisch mit LitRPG-Romanen aufgebaut hatten, bekamen wir häufig die folgende Aussage zu hören: „Ah, das ist Isekai!“ oder „Du meinst, wie Sword Art Online.“

Diese Erfahrung muss ich einfach mitbehandeln. 🙂 Auf geht’s!

In der Welt der phantastischen Literatur gibt es viele Subgenres und Kategorien. Zwei davon, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben, sind LitRPG und Isekai. Beide Genres teilen einige gemeinsame Elemente, aber sie sind auch einzigartig in ihrer Art und Weise. In diesem Blogpost möchten wir uns näher mit diesen beiden Genres beschäftigen und den Unterschied zwischen ihnen herausstellen.

Was ist Isekai: Ein Sprung in eine andere Welt

Isekai, ein japanisches Wort, das wörtlich „andere Welt“ bedeutet, ist ein Subgenre der Fantasy-Literatur, in dem ein Charakter aus der realen Welt in eine fantastische oder fremde Welt transportiert wird. Dies kann durch Magie, Reinkarnation oder Technologie geschehen. Die Charaktere in Isekai-Geschichten müssen sich in dieser neuen Welt zurechtfinden und werden oft in die dortigen Konflikte verwickelt.

Im Gegensatz zu LitRPG ist das Leveling in Isekai-Geschichten oft weniger strukturiert. Während die Charaktere sich im Laufe der Geschichte verbessern können, wird dies in der Regel nicht durch explizite Spielmechaniken oder Statistiken dargestellt. Stattdessen konzentrieren sich Isekai-Geschichten mehr auf die persönliche Entwicklung des Charakters und seine Interaktion mit der Welt um ihn herum.

Auch die Elemente von Crafting und Base Building sind in Isekai weniger präsent. Während diese Elemente in einigen Geschichten vorkommen können, sind sie nicht so zentral für das Genre.

LitRPG vs. Isekai im Detail

Das Charaktersystem

LitRPGs, kurz für „literary Role-Playing Games“, zeichnen sich durch ihre detaillierten Charaktersysteme aus. Die Protagonisten haben bestimmte Attribute, Fähigkeiten und Statistiken, die sich im Laufe der Geschichte verbessern können, ähnlich wie in einem Rollenspiel.

Diese Werte, Tabellen und Systembenachrichtigungen sind ein wesentlicher Teil der Erzählung und werden oft miterzählt, um das Gefühl eines echten Rollenspiels zu vermitteln. Im Gegensatz dazu stehen Isekai-Geschichten, bei denen die Charakterentwicklung in der Regel durch die Handlung und die Interaktionen mit anderen Charakteren stattfindet, anstatt durch ein spezifisches Statistiksystem​.

Leveling und Crafting

In LitRPGs ist das Leveling, oder das Erhöhen des Levels und der Fähigkeiten eines Charakters, ein zentrales Element der Geschichte. Wie in einem Videospiel verdienen Charaktere Erfahrungspunkte, indem sie Quests abschließen, Gegner besiegen und verschiedene Herausforderungen meistern.

Die Charaktere werden stärker, erlernen neue Fähigkeiten und verbessern ihre Statistiken, was den Lesern einen klaren Sinn für den Fortschritt des Charakters vermittelt. Ähnlich verhält es sich mit dem Crafting, bei dem die Charaktere Ressourcen sammeln und diese verwenden, um Gegenstände herzustellen, die ihnen auf ihrer Reise helfen können.

Isekai-Geschichten hingegen neigen dazu, weniger Fokus auf Leveling und Crafting zu legen. Während die Charaktere immer noch Fortschritte machen und sich entwickeln, geschieht dies in der Regel durch die Handlung und die Interaktionen mit anderen Charakteren, anstatt durch ein spezifisches Statistiksystem.

Crafting kann in einigen Isekai-Geschichten vorkommen, ist aber in der Regel weniger detailliert und mechanisch als in LitRPGs.

Base Building

In LitRPGs ist das Base Building, also der Aufbau und die Verbesserung einer Heimatbasis oder einer Stadt, ein weiteres gängiges Element. Die Charaktere können Ressourcen sammeln, Gebäude errichten und ihre Basis verbessern, um Vorteile wie erhöhte Verteidigung, zusätzliche Ressourcenproduktion oder Zugang zu neuen Fähigkeiten oder Ausrüstung zu erhalten. Wie bei den anderen Elementen spielt auch hier das Spiel-ähnliche System eine zentrale Rolle.

In Isekai-Geschichten ist Base Building weniger verbreitet, kann aber dennoch vorkommen. In solchen Fällen ist das Base Building oft weniger detailliert und spielt eine weniger zentrale Rolle in der Geschichte.

Berühmte Autoren

In der LitRPG-Welt ist Aleron Kong, der Autor der „The Land“ Serie, einer der bekanntesten Autoren. Seine Reihe, die als „Vater der amerikanischen LitRPG“ gilt, hat das Genre maßgeblich geprägt. Viele der „großen“ Werke sind aus dem Russischen oder Englischen übersetzt. Unter den wenigen deutschen Autoren tummeln sich Richard Schwartz und Lew Marschall.

Im Isekai-Genre ist es schwieriger, einen bestimmten Autor hervorzuheben, da das Genre in vielen verschiedenen Medien, einschließlich Light Novels, Manga und Anime, populär ist. Ein bemerkenswerter Autor ist jedoch Nagatsuki Tappei, der Autor der beliebten Light-Novel-Serie „Re:Zero – Starting Life in Another World“.

Insgesamt bieten sowohl LitRPG als auch Isekai eine einzigartige Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Rollenspiel-Elementen. Während sie viele Gemeinsamkeiten haben, unterscheiden sie sich in der Art und Weise, wie sie diese Elemente einsetzen, um ihre Geschichten zu erzählen.

Soviel zu Isekai. Steigen wir in die Tiefen des Genres ein.


Du willst selbst LitRPG Autor werden – Was sind die Tropes?

Okay, das eine sollte nun klar sein:

LitRPGs sind der heiße Stoff. 

Das Genre wächst rasant mit neuen Büchern und neugierigen Lesern.

Wenn du selbst einen Roman in LitRPG-Genre schreiben willst, dann ist die folgende Liste für dich hilfreich.

Falls du ein süchtiger LitRPG-Leser bist, suche nach deinem Lieblings-Trope und hinterlasse einen Kommentar. Gerne mit dem Hinweis, was dir gefällt oder fehlt.

Legen wir los!

Durchschnittliche Spieler als außergewöhnliche Helden (Unorthodox Farming, Survival Quest, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Der Protagonist spielt für sein Leben gerne MMORPGSs. Vielleicht arbeitet er oder sie daran, ein Profi zu werden, doch entweder waren die Bedingungen nicht perfekt, das Timing oder die äußeren Umstände wie Familie und Bankkonto. Viele Protagonisten wuchsen in miesen Verhältnissen auf. In diesem Sinne sind LitRPGs die Spiegel der Kultur, in der ihre Autoren aufgewachsen sind.

Am Ende wachsen die Underdogs aber über sich hinaus und schaffen das Außergewöhnliche.

Hochgefühl beim Stufenaufstieg (Der Fluch des schwarzen Phönix, Unorthodox Farming, Survival quest)

Ein Trope, das weit verbreitet ist, lässt den Protagonisten den Stufenaufstieg als Rausch süchtigmachenden erleben. Als Gegenspiel werden Verletzungen oder der Tod als grausame Schmerzen dargestellt. Dieses Mittel hilft, die Spielwelt des Romans für den Leser echter darzustellen.

In Survival Quest wird es auf die Spitze getrieben, weil der Aufstieg süchtig macht, und die Spieler so ziemlich alles für ihren nächsten Schuss tun.

Mentale Steuerung des Menüs (He Who Fights With Monsters, Survival Quest, Unorthodox Farming, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Menüs werden vom Protagonisten in LitRPGs mental gesteuert. Ob Charakterbogen, Verteilung von Attributen oder der Beschreibung von Skills. Der Protagonist denkt daran und die Aktion wird ausgeführt. Auf diese Art greift der Protagonist häufig auf die Karte der Spielwelt zu, die dann in seinem Sichtfeld schwebt.

Der Aufstieg zum »King of Games« (Life Reset, Ascend Online)

Der Protagonist kommt als Noob ins Spiel oder die Regeln sind ihm völlig fremd. Doch der Held findet einen Weg, sich an die Spitze zu arbeiten. From rags to riches in der Spielwelt.

Gefangen als NSC im Spiel (Der Fluch des schwarzen Phönix)

Der Protagonist gelangt nicht als Spieler, sondern als Nicht-Spieler-Charakter (NSC) in die neue Welt. Das führt zu signifikanten Problemen, wie ein gesperrtes Logout oder Sicherungsmechanismen. Bei diesem Trope herrscht höchste Lebensgefahr und Spannung, weil ein NSC begrenzte Möglichkeiten besitzt und das Spiel durch Exploits überwinden muss.

Der Umgang mit unverwundbaren NPCs (Ascend Online)

Wie Spieler in Skyrim, die einen Bug finden, indem sie den wichtigen Quest-NSC mit einer Schubkarre töten, sucht im LitRPG der Protagonist nach Möglichkeiten, um das Regeln zu umgehen und das Gameplay zu zerstören. Typischerweise sind das Strategien von Antagonisten.

Auflösende Gegenstände im Spiel (Unorthodox Farming)

Münzen, Zauberstäbe, Tränke und Schriftrollen lösen sich nach Gebrauch in Luft auf. Das ist ein feines Rollenspiel-Element, was sich natürlich in LitRPG-Romanen wiederfindet. Die begrenzte Nutzung erzeugt Spannung: Wofür setzt es der Held wohl ein? Für sich oder um etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun?

Der »Rich Bitch« Gegner: Pay-to-Win Strategien (Ascend Online)

Jeder Gamer kennt mindestens einen Spieler, der sich unverschämterweise alles erkauft: Punkte, Items, Ruhm und einen Platz in der besten Gilde. Diese Gegner sind können schlechte Spieler sein, dafür aber extrem mächtig und gefährlich. 

Um einen draufzusetzen, könnten sie superreiche Profispieler sein.

Das Level- und Attributsystem in LitRPGs (Ascend Online, Survival Quest, Der Fluch des schwarzen Phönix, Life Reset )

Dieser Punkt stellt ein grundsätzliches Trope in LitRPGs dar. Es geht um XPs, Level, Gegenstände und Attribute. 

Leser lieben es, dem Helden dabei zuzusehen, wie er seine Punkte verteilt. Die besten LitRPG-Romane lassen den Protagonisten strategisch darüber sinnieren, wie und warum eine ungewöhnliche Verteilung zu einem besseren Ergebnis führt. In den allerbesten Büchern korreliert das direkt mit der Story.

Basisbau als Schlüsselelement (Life Reset)

Viele Rollenspiele bieten strategische Elemente wie den Aufbau einer Basis. Dabei beobachtet der Leser den Helden, wie er seine Zentrale, Werkstätten, Minen und Zaubertürme baut. Diese Art von LitRPG kann höchst befriedigend sein, wenn es als zusätzliche Ebene mit anderen Tropes verbunden wird.

Das Ausnutzen von Spielmechaniken (The Way of the Shaman, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Leser lieben es, wenn die Heldin das Spiel überlistet oder einen Bug ausnutzt. Ob es nun der berühmte Schubkarren-Kill ist, mit dem ein unverwundbarer NSC eben doch getötet werden kann, oder eine unscheinbare schwache Charakterklasse, die im entscheidenden Moment die Wendung bringt. Der Fantasie des Autors sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die versteckte Wahrheit hinter der Spielwelt (Der Fluch des schwarzen Phönix, Survival Quest)

Die Fantasy-Spielwelt, in der die Heldin hineingezogen wird, entpuppt sich als etwas völlig anderes, als gedacht. 

Hinter dem Spielkonzept steht ein Imperium, das an die Informationen in den Köpfen der Spieler gelangen will. Dieser Trope eignet sich großartig für einen Twist zu Beginn des dritten Akts.

Wenn die Spielwelt zur Realität wird (Survival Quest, Life Reset, Play to Live)

Der Protagonist kann der realen Welt entfliehen, um in einem Computerspiel Unsterblichkeit zu erlangen. Auslöser dieser Möglichkeiten sind vielseitig. In Play to Live ist es eine Pandemie. 

Interessant daran ist die Idee, um damit dem Leiden in der echten Welt zu entfliehen. Das ist der Aufhänger in Richard Schwartzs Eisraben-Chroniken. Mehr dazu müsste ich in einem eigenen Blogpost schreiben.

Eine weitere Möglichkeit ist die Versklavung durch eine Alienrasse, die den Menschen Fähigkeiten des Levelns und der Skills verleiht.

Die Verschmelzung von Mensch und Quantencomputer wird im Fluch des schwarzen Phönix umgesetzt.

Die Spielwelt als alternatives Universum (Unorthodox Farming)

Eine erfolgreiche Abwandlung des Tropes, der realen Spielwelt ist das alternative Universum. In diesem Fall wird der Protagonist in unorthodox Farming in unserer Realität getötet und mittels eines Rituals in einem Paralleluniversum wiedergeboren. Das ist einem MMORPG nachempfunden. 

Hier lebt sich der Protagonist aus, levelt, löst Probleme und sucht nach Exploits. Ein neues Universum hat einen weiteren Vorteil: es kann die abstrusesten Regeln glaubhaft machen. 

Immersive VR-Welten in LitRPG (Ready Player One, Survival Quest, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Einfach und der Bestseller. Protagonist wird an eine, wie auch immer geartete, VR-Technologie eingestöpselt und erlebt das Spiel wie das Leben selbst.

Die Macht der Combo-Attacken (Ascend Online)

Ob gewollt oder ungewollt, der Protagonist erschafft sich selbst mächtige Skills, weil er die Grundlagen des Spiels durchschaut. Dabei erkennt er Zusammenhänge, die anderen Verborgen bleiben. Die Möglichkeiten sind endlos. 

Die Heldin könnte durch einen Stolperer bei einem Wuchtschlagangriff den Sturmangriff oder Drunken Punch entdecken.

Der unerwartete Held: Nutzlose Charakterklassen (Survival Quest, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Im Weg des Schamanen ist es die Klasse Schamane. In Life Reset der Goblin. Im Fluch des schwarzen Phönix die Klasse Versager. Alle sind im Spielkonzept schwache Ausgangspunkte, die kein Powergamer wählen würde. 

Der Protagonist kommt aber damit zurecht. Seine Gewitztheit und die Unausweichlichkeit der Lage führen zu spannenden Story-Twists.

Der übermächtige Protagonist in LitRPG (The hero is overpowered but overly cautious)

Der Leser folgt einem Overpowered Protagonist, der nicht handelt, solange er nicht sicher ist, dass es funktioniert. Mehr Beispiele auf Reddit.

Humor in LitRPG (Unorthodox Framing, He Who Fights With Monsters)

Wortspiele und Humor sind Bestandteil vieler LitRPGs. Es kommt dabei zu merkwürdigen Situationen zwischen Charakteren. Meist ist das Lustige reduziert auf Kindisches oder Sexistisches. 

Zum Beispiel erscheint der Held nackt in der Spielwelt und denkt über die Freiheit seiner Geschlechtsteile nach. Am schlimmsten: Witze gehen auf Kosten von Frauen. Leider, leider aus meiner Sicht ein großer Nachteil und Anzeichen fehlender Lektoren. Damit meine ich nicht Zensur, wenn gut gemacht, kann das witzig sein. Aber nicht auf Kosten von Minderheiten bitte oder übermäßig pubertär.

Das doppelte Schwert: Das einzigartige Item (He Who Fights With Monsters)

Einzigartige Items können das Salz in der Suppe sein oder die Deus-Ex-Machina. Sie sind mystisch und haben Flair, doch sollten sie nicht nur Plot-Item sein, sondern mit dem Thema und dem Charakter (kurz: der Story) in Zusammenhang stehen. Gute Bücher nutzen das einzigartige Item voll aus und lassen es nicht zufällig gleich zu Anfang des ersten Kapitels droppen.

Die Rolle der Nemesis in LitRPG (Ascend Online)

Der Protagonist entwischt haarknapp einem übermächtigen Gegner, der ihn deswegen im Verlaufe der Geschichte jagt. Sehr schön umgesetzt, wird das in Ascend Online. Die Nemesis eignet sich hervorragend als Subplot.

Vertraute Wesen in der Spielwelt (Unorthodox Farming, Life Reset)

Das Familiar bzw. der Begleiter ist der Obi Wan und Yoda in LitRPGs. Auch bekannt aus Fantasyromanen wie Feywind von Peter Hohmann. 

Dort begleitet ein Schrumpfdrache den glücklosen Zauberer. In LitRPGs lernt der Protagonist vom Familiar mehr über die Welt oder wird von ihm beschützt. Unorthodox Farming und Life Reset arbeiten stark mit diesem Trope.

Die Dynamik von Liebe und Beziehungen in LitRPG (Life Reset, Der Fluch des schwarzen Phönix)

LitRPGs tendieren dazu, Liebesbeziehungen einseitig und pubertär darzustellen. 

Der Protagonist wirkt dabei (grundlos) magnetisch auf das andere Geschlecht. Die körperlichen Reize stehen im Vordergrund und sind ausreichend für ein intimes Zusammentreffen.

Gut daran: Die Bücher sind offen für verschiedene Helden- oder Monsterarten miteinander kuscheln. Diversität ist erwünscht.

Charaktererstellung: Beginn des Abenteuers (Ascend Online)

Der Leser möchte bei der Erstellung des Charakters zuschauen. Typischerweise führt das zu Kapiteln mit viel Exposition bzw. Infodump. Gute Autoren schaffen es, das Notwendige in die Charaktererstellung einzubauen und diese in die Handlung einfließen zu lassen. 

Der einfache Weg ist die blasse Beschreibung.

Basis-Klassen und ihre Spezialisierungen (Unorthodox Farming, Survival Quest)

Protagonisten erstarken im Laufe des Abenteuers und ebenso ihre Statistiken. 

Der Spielstil und die Fähigkeiten ergeben sich aus der Basis-Klasse und deren Erweiterung. Ein Mittel, um die Spannung hochzuhalten, sind Spezialisierungen ab festgesetzten Levelgrenzen. Diese haben oft Voraussetzungen, für die die Heldin ordentlich arbeiten muss.

Wie man bestimmte Spezialisierungen oder Skills erhält, kann das Ziel des Helden in einem kompletten Roman darstellen. Siehe der Weg des Schamanen oder der Fluch des schwarzen Phönix.

Der Konflikt zwischen Charakter und Spielwelt (Unorthodox Farming, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Bei diesem Trope wehrt sich der Protagonist gegen die Regeln der Spielwelt. Als Arnold in Unorthodox Farming in einer Parallelwelt als Farmer wiedergeboren wird, macht er nichts anderes, als sich gegen die Einschränkungen der Klasse zu wehren. Er hasst es, Felder zu beackern, und wäre lieber ein Krieger. 

Die Welt erlaubt aber dem Farmer weder eine Waffe zu halten, noch Monster zu bekämpfen. Jedenfalls nicht auf dem herkömmlichen Weg. 

Gildengründung und Verrat in LitRPG (Life Reset)

Ein interessantes Trope betrifft das Gründen von Gilden. 

Der Held gründet eine Gilde, um andere Spieler um sich zu scharen und Macht zu erlangen. Oder der Anführer einer erfolgreichen Gilde wird hintergangen und als Monster in eine ferne Ecke der Spielwelt verbannt.  

Verschiedene Questarten in LitRPG (Ascend Online)

Quests kommen in den unterschiedlichsten Geschmäckern. Kettenquest, Gildenquest, Tagesquest, Blitzquest, sich gegenseitig ausschließende oder einzigartige Quests. 

Die Unterschiede eigenen sich hervorragend, um dem Protagonisten Ärger zu machen oder Abwechslung in den Plot zu bringen. Im besten Fall, schieben die Questarten die Story voran (und nicht nur den Plot).

Herausforderung gemeistert: Vom Leveln bis zum Überleben (Play to Live)

Abgeschlossene Herausforderungen sind coole Überraschungen und geben dem LitRPG Flair. 

Der Held hat 1000 Vampire gekillt, erhält einen Batch und Punkte. 

Bestimmte Herausforderungen könnten dem Protagonisten das Leben einfacher machen, müssen aber hart erarbeitet werden. 

Dieses Trope bietet Vielfalt und Komplexität.

PvP: Der Spieler als Jäger und Gejagter (Life Reset, Der Fluch des schwarzen Phönix, Survival Quest)

Spieler, die Spieler jagen(oder Player Killer) ist ein verbreiteter Trope. 

Das ist besonders spannend, wenn der Protagonist auch in Wirklichkeit sterben kann, wenn sein Charakter besiegt wird. Er wird alles dafür tun, nicht vom Bösewicht besiegt zu werden. Hier wird das LitRPG zum Thriller.

Der dunkle Pakt: Böses tun für ein gutes Ziel (Life Reset)

Bei diesem Trope geht der Protagonist einen Pakt mit dem Bösen ein, um Gutes zu tun bzw. Schlechtes von seinen Schützlingen abzuwenden. 

In Life Reset ist es der Pakt mit einem dunklen Gott, der den Helden auf seine Seite ziehen will und zu blutigen Taten zwingt. 

Diese Zwickmühle und das moralische Dilemma sind spannend, herausfordernd und komplex.

Die Rolle des Auserwählten in LitRPG: Chosen oder Dark One (Ready Player One)

Der Protagonist ist auserwählt wie Neo in Matrix. Er bringt herausragende körperliche Eigenschaften mit. Wie in Life Reset ein übermenschliches Gehirn. In anderen Büchern besitzt der Spieler überragende Reflexe.

Die negative Variante hat besonderen Charme als Dunkler oder Verfluchter.

Begegnungen mit furchteinflößenden Gegnern (Ascend Online, der Fluch des schwarzen Phönix, Unorthodox Farming)

In der In-Game-Welt lauern die größten Gefahren in Form von Monstern und Endgegnern. Dabei bedient sich LitRPG bei allen anderen Fantasy-Romanen und deren Geschöpfen. Interessant daran ist aber eine Eigenheit des LitRPG: Für den Endgegner und Antagonisten gibt es Werte. 

Dadurch wird die übermenschliche Gefahr extrem verdeutlicht.

In diesem Sinne kann im LitRPG-Roman nicht stilistisch getrickst werden. Der Protagonist muss sich den hohen Attributen des Monsters stellen und der Leser kann Zeile für Zeile nachverfolgen, wie zum Beispiel die Trefferpunkte des Helden, den Gegner in die Knie zwingen (oder auch nicht).

Die Künstliche Intelligenz als Kontrollinstanz im Spiel (Ascend Online, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Eine übermächtige Künstliche Intelligenz lungert oft im Hintergrund der LitRPG-Geschichte und macht dem Protagonisten das Leben schwer. Diese hat oft andere Ziele, als es oberflächlich scheint.

Damit webt der Autor eine zusätzliche Ebene in den Roman, was befriedigende Plotkomplexität schaffen kann.

Gefangen in der VR: Das Spiel als Todesfalle (Sword Art Online, Life Reset)

In dem Moment, in dem der Protagonist in der Realität in die VR-Umgebung eintaucht, ist sein Leben in Gefahr. Denn stirbt er im Spiel, versagen die lebenserhaltenden Mechanismen der VR-Umgebung. 

Oder der virtuelle Schock ist dermaßen groß, dass der Körper des Spielers aufgibt.

Geheimnisse des Spiels: Versteckte Klassen und Fähigkeiten (Life Reset: New Era Online, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Die Spielmechaniken in LitRPG-Welten sind oft flexibel angelegt. In Life Reset oder dem Fluch des schwarzen Phönix kann ein Spieler Skills erfinden bzw. entdecken. Der Skill gehört dann dem Protagonisten und nur dieser kann sie weitergeben. Das ist erstens cool, weil es einen Machtgewinn darstellt und zweitens, sich damit clevere Lösungen für ausweglose Situationen schaffen lassen.

Unvorhersehbarkeit und Zufall sind nicht umsonst süchtigmachende Elemente in Gamification-Frameworks.

Zwischen Realität und Fantasie: Settings in LitRPG (Ready Player One, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Die Protagonisten in LitRPGs stammen häufig aus der modernen Welt und werden in mittelalterliche o.ä. Settings geworfen. Der daraus entstehende Kontrast macht Spaß. Wenn der Protagonist im Ghetto-Slang mit dem König im Thronsaal parliert, sind Konflikte und witzige Dialoge vorprogrammiert.

Die Kunst der Kombination: Skills und Waffen (Ascend Online)

Protagonisten in LitRPGs sind oft nur dann erfolgreich, wenn sie eine Schlüsselstrategie entwickeln, mit der sie die Spielmechanik überwinden. Das Trope nutzt dabei Combos aus geheimen und bekannten Skills. Dazu mischt der Held Waffen oder Zauber, was die Komplexität weiter erhöht und den Leser mitreißt.

In dieselbe Kerbe haut das Ausnutzen von Seiteneffekten oder Lücken in der Spielmechanik. Unorthodox Farming oder Der Fluch des schwarzen Phönix nutzt dieses Element intensiv.

Der Einfluss von RPG und Tabletop-Slang in LitRPG (Life Reset, He Who Fights With Monsters)

Wie jede andere Domäne entwickelten RPG- und Tabletopspieler eine Fachsprache. DPS für Damage Per Second, XP für Experience Points oder HP für Health Points sind leicht verständliche Beispiele.

LitRPGs gehen davon aus, dass die Leser diese Abkürzungen verstehen, ohne sie genauer zu erklären.

Futuristische Technologie in LitRPG: Plausible Zukunft oder Sci-Fi? (Life Reset, Survival Quest, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Ein spannendes Trope ist der Blick in die Zukunft. 

Dabei gehen LitRPGs selten zu weit, tanzen also auf der Klippe des Möglichen. Hoffentlich stürzen sie nicht ab. Denn das macht es für Leser so interessant, weil die Technologie schon existiert und die Geschichte damit glaubhaft wird.

Quantencomputer, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität sind Beispiele.

Der Kämpfer und sein Schwert: Klassische Helden in LitRPG (Eisraben-Chroniken)

Ein typisches und einfaches Trope, das Leser gerne erleben, ist der schwertschwingende Held. Klassisch aber immer wieder gut.

Der Umgang mit zerbrechlichen Gegenständen im Spiel (Ascend Online)

In einigen LitRPGs besitzen Gegenstände eine Haltbarkeit oder begrenzte Ladungen. Durch diese Knappheit entstehen dem Helden Probleme, was bei einem Leser natürlich für ein frohes Jauchzen sorgt.

Schönheit und Verletzungen: Darstellung im Spiel (Ascend Online, Der Fluch des schwarzen Phönix, Survival Quest)

Interessant ist dieses Trope, weil Verletzungen in Kämpfen die Schönheit des Protagonisten nicht verringern. In diesem Sinne kommen LitRPGs mit wenig Gore aus.

Das rührt natürlich da her, dass Verletzungen mit einer abnehmenden Lebensenergie ausgedrückt werden.

Umgang mit Störenfrieden in LitRPG (Der Fluch des schwarzen Phönix, Survival Quest, Life Reset)

“Jerk Gamer” sind Störenfriede und eigenen sich als sekundäre Antagonisten. Sie verkomplizieren schwierige Situationen, indem sie unnötig fies oder hinterhältig sind.

Diese Art von Spieler existiert ja angeblich (und traurigerweise) in echten MMOs.

Die Matrix in LitRPG: Codezeilen und Terminalausgaben (Unorthodox Farming, Survival Quest, Ascend Online, Life Reset, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Dieses Trope ist definitiv ein LitRPG-Markenzeichen. Vielleicht das ungewöhnlichste für Leser, die neu ins Genre einsteigen. Mit auffälligem Buchsatz erscheinen vor den Augen des Lesers die Terminalausgaben, die der Protagonist vor sich im Raum schweben sieht.

Im Grunde sind die meisten Informationen clever positionierte Infodumps. Beschreibungen von Klassen und Quests, Level-Ups und Talentproben, Zauberschaden und Waffenproben.

Kann man noch von LitRPG sprechen, wenn dieses Trope fehlt? Was meinst du?

Zeitsprünge und Spielgeschwindigkeit: Taktik oder Herausforderung? (Life Reset)

Ein weiteres Trope ist die verstellte Uhr. Die Zeit im Spiel vergeht für den Spieler langsamer oder schneller als in der Realität. 

An diese Anwendung seiner Theorie hat Einstein wahrscheinlich nicht gedacht. 

In Life Reset zum Beispiel, vergeht für den Protagonisten in der Monsterwelt, die Zeit um ein Vielfaches langsamer, sodass er eine Chance hat, sich gegen einen Angriff seiner ehemaligen Gilde vorzubereiten.

Echtwelt-Einflüsse auf das Spielgeschehen (Der Fluch des schwarzen Phönix, Survival Quest, Ascend Online)

Dieses Trope lässt Realwelt-Einflüsse auf die Spielwelt zu. Der Antagonist hat Zugriff auf den Code des Spiels und damit die Macht, Patches einzuspielen, die es dem Protagonisten schwer machen. 

Oder der Protagonist versteckt sich vor dem Support, weil dieser ihn aus dem Spiel entfernen will. 

Geschickt eingesetzt erhöht das die Komplexität des Romans und gibt der Story Glaubwürdigkeit.

Freundschaften und Beziehungen im Spiel: Real oder Fiktion? (Survival Quest, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Dieses Trope bezieht sich auf die Beziehung zwischen menschlichen und künstlichen Charakteren. 

Ein Beispiel: Der Protagonist verliebt sich Hals über Kopf in einen NSC, der ja nur durch eine AI gesteuert wird. 

In Survival Quest muss der Spieler die Gunst vieler NSCs erlangen und verhält sich entsprechend freundlich ihnen gegenüber, obwohl kein echter Mensch dahintersteckt.

Wenn man tiefer darüber nachdenkt, wird das Thema philosophisch. Wenn ich mit ChatGPT interagiere, nutze ich oft unbewusst Bitte oder Danke, obwohl es der AI nicht egaler sein könnte.

Wettbewerbe und Turniere als Herausforderung in LitRPG (Ascend Online)

Dieses Trope ähnelt dem Lanzengang in Fantasy-Romanen (siehe Game of Thrones) oder Rollenspielen. Der Autor kann dem Leser so vor Augen führen, wie fähig (oder hilflos) der Protagonist ist. 

Damit können schöne Effekte in der Story erzeugt werden, weil der Leser den Fortschritt des Helden deutlich erkennt.

Moralische Entscheidungen und ihre Auswirkungen im Spiel (The Way of the Shaman)

Begibt sich ein Protagonist in Gefahr, um einem NSC das Leben zu retten? Ist es in Ordnung, einen Menschen zu bestrafen, indem man ihn in ein Spiel einsperrt? 

Sollten Sinnesfilter eingebaut werden, um Schmerzen und Gefühle in der Spielwelt zu unterdrücken?

Moralische Dilemmas sind großartige Aufhänger für Romane.

Spieler gegen Umgebung: PvE in LitRPG (Ascend Online, Life Reset)

Ein tpyisches Trope ist Player vs. Environment. Dabei nutzt der Protagonist die Spielwelt, um Erfahrung zu sammeln. Er kämpft in dunklen Dungeons, erledigt Monster und bestreitet herausfordernde Questen.

Dieses Trope führt den Leser in die Mechaniken und das Flair der Spielwelt ein. Es schafft stimmungsvollen Hintergrund, der mit dem Leser resoniert.

Fortgeschrittenes KI-Verhalten in LitRPGs (Life Reset, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Kann Künstliche Intelligenz ein Bewusstsein entwickeln? Hat sie Ziele? Schon frühe AIs haben den Turing-Test bestanden. Ein Mensch kann nicht unterscheiden, ob ein Mensch oder eine Maschine mit ihm kommuniziert.

LitRPGs nutzen die übermächtige AI und deren zielgerichtetes Handeln (zum Guten wie zum Bösen) als Trope. Hier nähert sich LitRPG der Science-Fiction an.

Anti-Trope: Schlechter Schreibstil. schlechtes Storytelling, fehlender Character-Arc

Ich lege oft LitRPGs nach wenigen Seiten weg, weil es keinen Spaß macht, sie zu lesen. 

Das kann am Schreibstil liegen (billige DeepL Übersetzungen), holprigen Sätzen, schlechtem Buchsatz oder einer Menge Rechtschreibfehler. 

Oft fehlt sichtbar der Lektor, der dem Buch die nötige Qualität gegeben hätte. Auch inhaltlich schaffen es einige LitRPGs nicht, um als Story zu gelten. Es passiert zwar Vieles (Plot), aber im Grunde werden nur Situationen geschildert, die keinerlei kohärente Story bilden.

Protagonisten bleiben anonyme Behälter, die durch die Spielwelt rennen. Ihr Verhalten wirkt zufällig, inkonsistent oder inkonsequent. Eine Motivation ist nicht vorhanden. Eigentlich geschieht ihnen die Geschichte, anstatt vom Helden vorangetrieben zu werden. 

Storytelling, Need und Want gehören (noch) nicht zum Handwerkzeug der Autoren. Ich hoffe, dass sich die Qualität des Genres verbessert und die Spieler, die die Bücher schreiben, sich dem Autorenhandwerk nähern. Eins ist klar. Das Genre macht Spaß und Leser wollen mehr davon. 

Quantität darf aber nicht gänzlich der Qualität zum Opfer fallen. 

Das würde dem Ruf des Genres langfristig schaden.

Glitches: Fehler und Anomalien führen zu neuen Möglichkeiten (Unorthodox Farming, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Jeder Spieler hat schon einmal frustriert den Controller in die Couch gedroschen, weil er wegen eines Bugs gestorben ist oder nicht mehr weiterkam. Ist zwar ärgerlich, aber ein toller Trope für LitRPGs. 

Denn diese Bugs sind für die Protagonisten ein gefundenes Fressen. Sie nutzen jede Schwäche im Code zu ihrem Vorteil aus. 

Transformation der Charaktere: Monster wider Willen (Life Reset, Der Fluch des schwarzen Phönix)

Dieser Trope verwandelt den Protagonisten in andere Rassen oder Klassen. Als Spieler gäbe es nichts Nervigeres, wenn das Spiel mir vorschriebe, was ich zu wählen habe. Ich träume davon einen Elfen zu Leveln, freue mich auf Zauberei und Bogenschießen. Kurz darauf verwandelt mich das Spiel in einen Ork und zwingt mich, damit weiterzuspielen.

Wahrscheinlich würdest du dich ausloggen. Aber was, wenn der Protagonist das nicht kann?

Aufbau Imperium und Königreich: King of the Hill! (Life Reset, Unorthodox Farming)

Ob als Monster-Kingdom oder riesiges Farm-Imperium. Dieses Trope ist beliebt. Der Protagonist baut Schritt für Schritt sein Reich auf, heuert Gefolgschaft an und erweitert seine Basis. Nicht selten kommen hier dann Statistiken von Rohstoffen und Gebäuden ins Spiel. 

Dies liefert eine coole zusätzliche Ebene der Komplexität.

Diplomatie (Unorthodox Farming, Life Reset)

Ich habe das Trope selten gelesen, außer in unorthodox Farming und Life Reset. Es wäre schön, wenn mehr Autoren es nutzen. Diplomatie statt Schwertstreich. Das ist schwieriger umzusetzen, aber erschafft wunderbare Kontraste. 

Der gute Protagonist (kein Angeber oder Overpowered)

Ein seltener Trope: Der Protagonist verhält sich unterwürfig und gutmütig, anstatt arrogant und rücksichtslos. Weil viele LitRPGs vorrangig plot- und weniger charaktergetrieben sind, steht Action im Vordergrund. Damit handelt der Protagonist eher wie ein wildgewordener Actionheld, der planlos durch die Gegend rennt.

Lass den Leser verstehen, wer der Held ist, gib ihm eine Seele und er wird glaubwürdiger handeln. Webe Need und Want ein und die Geschichte hebt ab.

Langsamer Aufstieg zur Macht

Natürlich kann dem Protagonisten gleich im ersten Kapitel das legendäre Superartefakt, nach dem Kill einer Fliege droppen. Aber das ist reine Effekthascherei.

Ein besserer Trope ist das gemächliche Wachsen des Protagonisten, wenn er sich durch die Story weiterentwickelt. 

Abschließend

Zusätzlich zu den Tropes gibt es Kategorien oder Subgenres, die häufig auftreten und ihre eigenen typischen Tropes haben. Dazu gehören das Virtual Reality LitRPG, das Gamer LitRPG, das System Apocalypse LitRPG, das RPGVerse und das Meta LitRPG​.

Hier findest du weitere Tropes in anderen Genres.


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