Was ist ein Orkschamane?

Was ist ein Orkschamane?

Ein Orkschamane ist ein Ork, der schamanische und mystische Fähigkeiten besitzt. Er ist das kulturelle und richterliche Zentrum des Stamms. Zudem kennt er alle relevanten Naturgeister – Toorus genannt –, die ihn und seine Mitorks bewachen oder bedrohen. Er beschützt sein Dorf vor feindlichen Zauberern und Hexen. Noch dazu ist mächtigen Orkschamanen die Fähigkeit der Prophezeiung gegeben, mit der sie die Zukunft erahnen.

Alle Schamanen reisen in die Geisterwelt. Diese Fähigkeit ist auch die Grundlage des Handwerks für den Orkschamanen. Er erlernt den Umgang mit der Schamanentrommel, die als notwendiges Artefakt für dieses Ritual gilt.

Der Schamane meidet die Masse und lebt zurückgezogen. Wenn es dem Stamm gut geht, soll er am besten weit weg sein, weil er als unangenehm und störend empfunden wird. Doch ist der Ogerdung am Dampfen, dann ruft man ihn. Er heilt Krankheiten, stärkt Krieger und Jäger, bringt Jungorks zur Welt oder zähmt seinen Oger, der sich mal wieder am Ratten-Roku vergriffen hat.

Die Ausrüstung eines Orkschamanen umfasst: das Ritualmesser, die Schamanenschürze, die Schamanentrommel und die Knochenkeule. 

Die Trommel erlaubt dem Orkschamanen in einen Dämmerzustand (auch Entrückung genannt) zu gelangen. Viele Gelehrte nehmen zwar an, dass bestimmte Kräuter den Geist entrücken, dabei ist es das lange Jahre eingeübte Klopfen. 

Schnelle Schläge leiten die Geistreise ein. Langsame Schläge begleiten den Schamanen auf seiner Mission und schnelle Schläge beenden sie. Unerfahrene Schamane benötigen jemanden, der die Trommel für sie schlägt, während sie durch die Geisterwelt reisen.

So gut wie alle Orkschamanen berichten, dass sie auf der Trommel sitzend durch die Geisterwelt rauschen. Sie erscheint ihnen häufig als dichter Nebel, in dem sich irgendwann ein Loch auftut, durch das sie ihr Ziel erreichen. 

Orkschamanen überwinden so  weite Strecken, selbst Gebirge. Man weiß von einem Fall, in dem ein menschlicher Schamane in der Geisterwelt auf einen Orkschamanen traf. Erschrocken brach der Mensch das Ritual ab. Einige Tage lange traute er sich nicht, eine weitere Geistreise zu unternehmen.

Um die Knochenkeule ranken sich Mysterien. Manche Schamanen werden von einem Knochen erwählt, andere übernehmen den des Vaters. Vermutlich ist dieses vererbte Artefakt so alt wie der Orkstamm selbst.

Die Keule ist beseelt, denn in ihr lebt ein Tooru, also ein Naturgeist, dessen Macht mit dem Alter und der angebrachten Verzierung steigt. Orkschamanen würden es wohl so ausdrücken, dass der Tooru der Knochen ist. Einig ist man sich, dass in eine Keule weitere Geister gebeten oder sogar gezwungen werden können. 

Besiegt ein Orkschamane einen anderen, gehen die Geister des Verlierers in die Knochenkeule des Siegers über. Mit dem Bindungsritual wird seine Knochenkeule unzerbrechlich. Von jetzt an kann sie als verheerende Hiebwaffe oder Werkzeug eingesetzt werden. Sonderbar muten all die Berichte an, die behaupten, dass der Geist im Knochen zum Orkschamanen spricht. In den meisten Fällen scheint der Geist dem Schamanen helfen zu wollen. Es wurde aber auch von Streitigkeiten mit der Keule berichtet, nach der der Orkschamane tot umkippte. Die Keule wählte sich dann einen neuen Träger, in dem sie zu ihm sprach. 

Typisch für Orkschamanen scheint ihre Schürze zu sein. Was bei ihren menschlichen Kollegen nicht sehr verbreitet ist. Sie hat vorwiegend praktische Zwecke: dem Schutz vor spritzendem Gift, kochender Flüssigkeit oder sogar als Rüstung gegen eine Stichwaffe – oder einer dämonischen Spinne.

Die Schamanenschürze wird von Vater zu Sohn übergeben. Sie trägt einen Geisternamen, der dem Tooru entspricht, der sie beseelt. 

Schließlich versteckt jeder Orkschamane ein Ritualmesser unter seiner Schürze. Wahrscheinlich ist es ihm das praktischste Stück, denn damit reißt er sich blutende Wunden. Blut ist die entscheidende Zutat für die orkischen Schamanenrituale und Tränke.

Das mächtigste Gebräu nennen sie Baata, die Speise, die auf ewig satt macht. Krieger, Jäger und Schamanen müssen das Baata zu sich nehmen, wenn sie zu Männern werden. Das Blut des Schamanen sowie des zu Initiierenden sind dabei unverzichtbare Zutaten. Sofern diese Schilderung noch nicht den Magen reizt, dann aber, dass darin sowohl Rotz als auch Maden verwendet werden.

Der Orkschamane ist für das Jagdglück zuständig, indem er die Toorus der Steppe überredet, den Jägern Beute zuzugestehen. 

Auch für den Kampf ruft der Schamane Toorus herbei. Zum Beispiel greifen die Ta-Anut mit einem Eissturm an. In diesem ist ihr weißes Fell nahezu unsichtbar. Ihre Gegner schlittern auf dem ungewohnten Untergrund und die Kälte macht ihnen zu schaffen. 

Der Orkschamane befehligt einen Oger, den stärksten Kämpfer und Verteidiger des Stammes. Doch diese Bindung scheint erzwungen, denn der Schamane muss ihn mit einem Trommellied gefügig machen.

Oger werden von Menschen Leichenfresser genannt. Sie ragen hoch auf wie zwei Krieger und fressen mit Vorliebe – welch Überraschung – Menschenfleisch. Der Orkschamane fügt dem Oger als Zeichen seiner Sklaverei eine schwere Wunde zu, die niemals heilt. In dieser sammeln sich Maden, die als Zutat für orkische Rituale und Tränke verwendet werden.

Die Einzelheiten der mächtigsten Rituale und Geisterrufe werden erst am Sterbebett an den neuen Orkschamanen weitergegeben. Es ist ein ungelöstes Rätsel, was passiert, wenn der alte Schamane frühzeitig verstirbt. Einige Gelehrte vermuten, es hätte mit der Knochenkeule zu tun, die das Wissen ihrer Träger in sich aufgenommen hat. 

Der Orkschamane befragt die Götter der Orks. Ganz oben in der Hierarchie steht die Große Mutter, deren linkes Auge die Sonne und das rechte den Mond verkörpert. 

Die große Mutter wurde von zwei Orkhelden geschwängert, woraus verschiedene Stämme hervorgingen. Steppenorks wie die Ibukraggi verehren Raizach, den ersten Jäger. Die Ta-Anut, die Eisorks der Heulenden Himmel dagegen, beten Adriel, den Eisbären an. Der Sage nach, hat Adriel die Große Mutter vergewaltigt.
Raizach und Adriel leben in Fehde miteinander.

Ob Orkschamanen Weiber haben, ist nicht klar. Bei den Ta-Anut in den Heulenden Himmeln scheint es Schamanen zu geben, die ein festes Weib besitzen.
Bei den Steppenorks ist diese Sitte unbekannt. Dort begattet der Orkschamane solange verschiedene Weiber, bis er einen männlichen Nachfolger zeugt.

Es gilt zu beachten: Der hier beschriebene Ork passt am ehesten zu den bekannten Darstellungen aus Warcraft  oder Das schwarze Auge. Diesen Orks wächst auch mal Fell. Sie fressen und reden mit Affen- oder Hundeschnauzen. 

Wichtig ist, dass sie eine Kultur geschaffen haben, die so komplex sein kann, wie die der Menschen, Elfen und Zwerge.

Der Herr der Ringe-Ork ist zu stereotyp, um die Feinheiten des Schamanismus zu leben.

Der Roman Der Sohn des Orkschamanen beleuchtet die Heldenreise des jungen Orks Sharshuk und was er durchmachen muss, um sich zu behaupten. 

Auf Amazon ist das Buch von Lew Marschall als Kindle, Taschenbuch oder Großdruck zu haben.